Programm 2013

12. – 13. Januari: Intensivkurs, la fabbrica

8. Februar: Soloauftritt bei der Inauguration der Austellung Die Alchemie des Alltags, Steiner in Museum MART Rovereto (IT)

18.-22. Februar: Eurythmie mit Erwachsenen und Selbstmanagment im 4. Jahr der Ausbildung in Witten-Annen offen für Gäste. http://www.wittenannen.de/

23., 24. Februar: Intensivkurs, la fabbrica

8.- 10. März: Prag Toneurytmiekurs, Info: verajanebova@seznam.cz

11.- 22. März: Fortbildung für Eurythmisten, künstlerisch und Selbstmanagement, la fabbrica, Module 2

16. März: Workshop für Kinder und Erwachsenen Dendros ,Canelli, www.dendros.it

23. – 24. März: Intensivkurs la fabbrica

5. Mai: „la nostra madre terra“, Event in Grugliasco i.Z.m. Waldorfschule chicco di grano, Aufführung von „Albolina“ mit professionellen Eurythmisten und Jugendlichen.

10. Mai: „Albolina“ in Museum MART, Rovereto bei der Austellung Die Alchemie des Alltags, R. Steiner

25., 26. Mai: Toneurytmie Studienwochenende, Den Haag, Riouwstraat 1 , Anmeldung: info@giavandenakker.com

27. Mai- 7. Juni: Fortbildung für Eurythmisten, künstlerisch und Selbstmanagement, la fabbrica

21.- 27. Juli: „Euritmia una gioia“ Sommerwoche la fabbrica

04.-10. August: Masterclass Eurytmie, la fabbrica.

Vorblick Ostern 2014 Werner Barfod und Leonardo da Vincis letzte Abendmal.

Evviva Euritmia!!!

Wie lebendig die Eurythmie ist, hat man 2012 ausgiebig erleben können!
Ich möchte gerne von vier Events berichten an dem ich teilgenommen, bzw. mitgearbeitet habe

  • Sao Paolo 8.-12. Juli 2012: Eurythmiefestival Congresso Comemorativo,
  • Milano, 6.-9. Dezember 2012: Convegno : Il bel ritmo, la risorsa del domani,
  • Den Haag, 11. Dezember 2011: Eurythmie-Gala Festabend
  • Alfter 5.-7. Oktober 2012: Schnittstelle 100

Sao Paolo

Vom 8.- 12. Juli fand in Sao Paolo, in dem Gebäude der Waldorfschule, das erste Süd-Amerika übergreifende Eurythmiefestival statt. Hier trafen sich Eurythmisten aus dem ganzen Kontinent. Wie viele sind das inzwischen geworden! Es war Winter in Brasilien aber oft schien die Sonne und, so viele Formen und Farben man allein schon in dem Viertel, in dem die Schule sich befand sehen konnte, so viele Farben und Gestaltungen waren auf der Bühne erlebbar. Warmherzig, beweglich, spontan und schwungvoll war die Atmosphäre des gesamten Festivals.

Das Programm war sehr vielschichtig:
Es gab „Bom dia- para todos“,- Guten Morgen Eurythmie für alle, Demonstrationen und Aufführungen von den Wochensprüchen in portugisischer Sprache, Einführungen, die von den Eurythmisten Renate Nisch, Claudio Bertalot, Reg Down, Cecilia Texeira und Norman Kingeter gehalten wurden und eine von dem Arzt Bernardo Kaliks.
Es gab sowohl pädagogische, therapeutische, als auch künstlerische Arbeitsgruppen, die von Claudio Bertalot, Harlet Trujillo, Reg Down, Norman Kingeter, Eduardo Torres und Gia van den Akker geleitet wurden.

Am späteren Nachmittag und am Abend fanden künstlerische Darbietungen statt.
Schüler aus Botocatu, Eurythmisten aus Chile, Argentinien und Peru, die für das Festival zusammen etwas vorbereitet hatten, ein Abschlußkurs aus Santiago de Chile, Terra Nova, UniSono, die Ex-Impulse Eurythmy Studenten, Duo Programme von Renate Nisch und Marilia Barretto, Claudio und Patricia Bertalot, ein Märchen durch Mitglieder aus dem früheren Gruppo…. und aus Europa junge Bühne Witten, Eduardo und Gia.

Es waren verschiedene Niveaus, Stile und Themen sichtbar. Es war Bewegungsfreude, Beweglichkeit und Expressivität erlebbar. Alle Künstler wurden mit einem warmen, lauten Beifall empfangen. Es gab eine herzliche, interessierte und offene Stimmung in der Garderobe, in der alle zusammen untergebracht waren. Es gab Fachgespräche, Begegnungen, Austausch und neue Freundschaften.

Was mich persönlich berührt hat und was ich erwähnen möchte:
Seit dem Anfang der neunziger Jahre, also seit nunmehr 21 Jahren wird die Eurythmie in Brasilien aufgebaut und durchgetragen. Eine Gruppe von Kollegen, ausgebildet in Europa, hat aus einem künstlerischen Impuls heraus mit Ensemble Arbeit angefangen. Die Gruppe hat professionell gearbeitet (wir erinnern uns an einige Programme, mit denen sie nach Europa kamen). Die Eurythmisten haben das in Europa Gelernte so transformiert und individualisiert, wie es den Verhältnissen in Brasilien angemessen ist. Wir haben in einer der Ansprachen gehört, dass in den Anfängen der Unterricht und somit auch der Eurythmieunterricht in der Waldorfschule in Deutsch gehalten wurde.

Das wäre heute undenkbar. Die Gruppe brasilianischer Kollegen hat die „brasilianische Eurythmie“ entwickelt. Die Anfangsgruppe ist auseinander gegangen und aus ihr sind wieder individuelle Initiativen entstanden (unter Anderem eine Ausbildungsinitiative in Sao Paolo/ Botucatu). Wir konnten einige brasilianische Kolleginnen, die dort ausgebildet wurden, auf der Bühne bewundern. Auch Terra Nova ist ein Beispiel. Inzwischen gibt es eine Ausbildung in Argentinien und in Chile hat ein Ausbildungskurs vier Jahre bis zum Abschluss stattgefunden. Dort setzen sich junge Menschen dafür ein, dass ein zweiter Kurs anfangen wird.

Ich war von einigen sehr authentisch-südamerikanischen Darbietungen beeindruckt und begeistert. Man kann HEUTE die Anthroposophie, die Eurythmie, die in Europa „geboren“ sind, nicht „kolonialistisch, germanisch“ in anderen Kontinenten ausüben, vielmehr ist Transformation durch „native-speakers“ inspirierte, mutige Künstler gefragt, die vor Ort mit der eigenen Sprache und aus der eigenen Quelle heraus arbeiten. Daraus wächst Zukunftspotenzial. Brasilien im Allgemeinen wächst und macht gerade eine gro.e Entwicklung durch. Trotz enormer Armut und Kriminalität strahlen die Menschen Energie, Zukunftshoffnung und Vertrauen aus. Die Kunst lebt. Theater, Konzerte, Tanz, es gibt täglich hunderte von Aufführungen in Sao Paolo. Spannend, wie nun die Begegnungen und Kontakte mit Universitäten und mit andern Künstlern sich weiter entwickeln werden. Hoffentlich wird in Europa in Zukunft wieder mehr Eurythmie aus diesem Kontinent sichtbar!

Milano 6.-9. Dezember 2012

Die Jahresversammlung der anthroposophischen Gesellschaft Italien hatte als Titel: „Il bel ritmo, la risorsa del domani movimento sentimento carattere.“

Initiatoren waren die anthrophosophische Gesellschaft Italiens mit der Associazione di euritmisti vertreten durch Maria Teresa Fossati und Maria Enrica Torciati.

Die Tagung wurde in der Waldorfschule Via Clericetti gehalten. Hier war die Stadt teilweise in einer zarten Schneedecke eingehüllt. Der Charakter war winterlich, besinnlich, intim und warm. Der Lebensstrom dieser Tagung war ein Eurythmischer und wurde vor allem durch die Wochensprüche, den Grundsteinspruch und den Michaelsspruch gebildet. Peter Selg hielt den Eröffnungsvortrag über „Die Stiftung für theosophische Art und Kunst, der Rosenkreuzerimpuls von 1912“. Sowohl die Wochensprüche, als auch die Eurythmie waren aus dem Esoterischen geschaffen und für beide wurde ein Leben in der Offentlichkeit vorgesehen. Selg nahm die Zuhörerschaft mit in die Zeit Anfang des 20sten Jahrhunderts, knüpfte an, fokusierte und entwickelte.

Dr. Gudrun Merker führte an allen Tagen in verschiedene Wochensprüche ein, die dann als Demonstration gezeigt wurden. Es wurde sehr anschaulich, wie das Seelenleben des Menschen in allen Aspekten sich im Verhältnis zur Welt bewegt. Alle Aspekte: der Raum, die Farben, die Zahl von Eurythmisten, die Formprinzipien, der Inhalt sind Form geworden, lebendig-bewegte Bilder des Inneren. Beeindruckend war es, als ein Spruch sowohl auf deutsch als auch auf italienisch ausgeführt wurde und sich die Qualitäten der Seele in und durch die Sprache offenbarten.

Die Steigerung war die Aufführung von zehn Wochensprüchen durch etwa dreißig Eurythmisten in verschiedenen Gruppierungen.

Der Abschlussvortrag über Salz, Merkur und Sulfur im makrokosmischen Sinne des Seelenkalenders wurde von Dr. S. Pederiva gehalten. Es gab zahlreiche Arbeitsgruppen, und zwei Abendprogramme. Am ersten Abend ein Theaterstück , Misteroso, eine Darstellung vom Lebensweg Jezus Christus durch ein Sprechchor, Regie Silvia Giorgi.

In einem schlichten, sich veränderden Bühnenbild schuf sie bewegte, innige durch Sprache getragene Bilder. Am zweiten Abend fand eine Eurythmie-Aufführung einer Gruppe italienischer Eurythmisten, die von Frau Bäschlin einstudiert wurde statt. Das Thema war „ein Blick zwischen Himmel und Erde“, es wurden Werke von u.a. Bach, Bruckner, Händel, Francesco d’Assisi dargestellt. Zweiter Teil des Programms war ein Märchen von Schülern unter der Leitung von C. Mochner aus Palermo.

Diese Kombination von verschieden Generationen Eurythmisten war sehr überzeugend. Die Eurythmie als sichtbare Anthroposophie konnte sich offenbaren. Es ist berührend, wie sehr die Italiener diese Kunst lieben, wie viel Begeisterung, Wärme den Eurythmisten entgegen gebracht wird. Auch in dieser Tagung, ebenso wie in Sao Paolo, wurde erlebbar, wie die Eurythmisten in etwa 21 Jahren die Eurythmie in Italien entwickelt und durchgetragen haben – in einem Land, in dem das Durchtragen nicht selbstverständlich ist.

Es wird erwartungsvoll nach jungen italienischen Kolleginnen geschaut, die die Kraft, die Geduld und Inspiration haben, die nächsten 21 Jahre zu stemmen.
Es entstand unter einigen Kolleginnen der Wunsch, in den kommenden Jahren ein Festival mit vielen verschiedenen Aufführungen zu planen.

Den Haag: Eurythmie Fest Dezember 2011

Da Clara Smits im Dezember 1911 Rudolf Steiner nach einer Bewegungskunst für ihre Tochter fragte, hat Faridah Zwanikken eine Initiative ergriffen und ein Festabend im Dezember 2011 organisiert. Es wurde das Diligentia -Theater gemietet, wo Steiner 1921 an seinem 60sten Geburtstag gesprochen hatte. Dieser Festabend mit dem Titel: aarde-adem-geest – übersetzt: Erde, Atem, Geist – bot dem Publikum einen Blumenstrauß von verschiedensten künstlerischen Darbietungen. F. Zwanikken wollte an diesem Abend den Raum für die neue Generation freigeben. Es gab Werke von Bach, Beethoven, Chopin, Kodaly, Debussy, Messiaen und Lucebert u.a. also aus allen Stilepochen etwas. Auffallend war, dass es fast nur musikalische Werke waren.

Es gab die verschiedensten Choreographischen Stile: Eurythmieformen von Steiner, ausgeführt mit Licht- und Kostümangaben, verschiedene eurythmische Ausarbeitungen mit eigenen Choreographien und selbst aus Improvisation geschaffene Geschichten in Eurythmie mit Texten von Bukowsky auf Bach Preluden gesungen, oder Tangomusik durch S. Gubaidulina transformiert und in einer Choreographie aus Tango und Eurythmie gestaltet. Das Euritmie Ensemble Nederland bildete ein Ruhepol mit zwei längeren Sätzen von Kodaly. Hier, in Den Haag, wehte der holländische Geist, der offen und positiv aber nicht kritiklos die Beiträge entgegen nahm. Viele junge Kolleginnen haben nicht die Möglichkeit, um eine Lehrzeit in einer bestehenden Bühnengruppe zu absolvieren, sie suchen mehr oder weniger mühevoll ihren Weg und zeigen ein Potential an Bewegungsfreude, innerer Motivation und Expressivität. In 2012 wurden in Den Haag auch Arbeitstage und Aufführungen von den Wochensprüchen organisiert, da konnte ich nicht teilnehmen und also auch nicht berichten.

Alfter: Schnittstelle 100 5.-7. Oktober

Auf dem Johannishof im ländlichen herbstlichen Alfter trafen sich 200 Menschen um die Eurythmie in der Spanbreite eines Jahrhunderts wahrzunehmen.

Die Intention der Initiatoren Melaine MacDonald und Alexander Seeger, mit Ephraim Krause für die Organisation für dieses Festival war eine Gegenüberstellung der historischen Entwicklung der Eurythmie mit der des Tanzes in den Mittelpunkt zu stellen. Es gab einer Reichtum von Eindrucke wie die Eurythmie am Anfang war, welche Tanzstile es in der Zeit ihrer „Geburt“ gab, dann Darstellungen aus allen Generationen und Stilrichtungen. Am ersten Tag gab es eine Rekonstruktion der ersten internen Eurythmieaufführung 1913 mit Schreiten, Rhythmen Stabübungen usw. einstudiert von Alexander Seeger mit Studenten des 2. Jahres. Man konnt der Atem, der Reigen, der archetypische Gestaltung des Raumes erleben. Dann folgte eine Demonstration von Isadora Duncan Tänze und drei Darstellungen im Kontext: Isodora Duncan Tanz durch Lilly Zetterberg, Mary Wigman Tanz durch Fabian Barba und Eurythmie, Gia van den Akker. Der Zuschauer erlebte bei dem Duncan Tanz mehr Jugendstil, Leichtigkeit, Romantik und eine gewisse Naivität, die bei den späteren Tänze mehr Schwere bekam. Beim Wigman Tanz war eine starke Erden-Verbundenheit, mehr Dramatik, Tiefe, Expressionismus sichtbar und spürbar.. Das wurde verstärkt durch die Tatsache das ein Mann tanzte. Die Eurythmie so wurde von eine Zuschauerin so formuliert: „Eine von Atem getragen Bewegungsart und ein sehr detailliertes Ergreifen der Musik“.

Am nächsten Tag wurde durch Birgit Hering und Stefan Ha.ler Stilangaben in der laut und Toneurythmie demonstriert. Das Publikum konnte eine differenzierte Aufbau und Probe miterleben von Hans Fors sensibel moderiert. Wie vielschichtig, fantasievoll und vital wirkt die Eurythmie wenn die Angabe wirklich geübt und gekonnt werden!

Es gab eine offene Bühne („Fringe“) „Neue Strömungen“: Martje Brandsma, Alanus projektbühne, Miranda Markgraf und Rebecca Ristow, Elisa Martinuzzi, Anna de Millas, und P.O.M ensemble: Isabelle Rennhack und Lisza Schulte. In deren Beiträgen wurden sehr individuelle, kräftige Aussagen in den Umgang mit aktuellen Themen und unterschiedliche Bewegungsansätze erlebbar. Die anschliessend in einem offenen Gespräch mit dem Publikum diskutiert wurden.

Am Abend standen Highlights auf dem Programm von Tille Barkhoff, Barbara Ferger, Bettina Grube, Tanja Mierau, Ulla Hess und meine Person. (Isolda Sacrestano und Donna Corboy mussten leider absagen) In dieser Darstellung von einzelnen Werken, -so wurde beschreiben-, wurde eine vielfältige individualisierte Umgang mit den eurythmische Mitteln sichtbar, und ein reifes Können erlebbar. Das Publikum war begeistert und diese Begeisterung fand seine Steigerung als Melaine in farbigem Eurythmiekostüm in Begleitung von einem süssen Eurythmiehund (Hunde scheinen vieler Eurythmisten-Herzen erobert zu haben…) eine Chokoladetorte mit 100 Kerzen auf der Bühne brachten. Der Abschluss am Sonntag bildete ein „Ideenlabor“ unter der Leitung von Andrea Heidekorn; Rückblicke, Fachgespräch und Aussprache über Wünsche für das nächste Festival es war ein anregendes Gespräch, das durch die Methode zuerst in kleinen Gruppen zu sprechen auch im gro.en Kreis sehr erfolgreich ist. Danach konnten alle „der kleine Muck“ (oder die Kunst trotzdem gro. zu sein) bewundern, eine bezauberende Enszenierung von Eurythmietheater Orval.

Es war ein gelungenes Festival und alle gingen bewegt, mit Fragen, angeregt, inspiriert nach Hause.

Nachwort

Eine Reise durch die Zeit, durch den Raum; Begegnungen mit viermal ein andrer Genius Loci, Menschen-Schicksale, Eurythmie-schicksale. Ehrfurcht für alle diese Schicksale und Einsatz, Dankbarheit dieses Jubileumsfest in so verschiedenen Gestaltungen miterleben zu dürfen !

Gia van den Akker

Ende Dezember 2012