Grasduinen

grasduinen2„Grasduinen“ erzählt vom Spielen des Windes im Gras, vom Spiel des Lichts im Wasser, von stille Erde und vom Rhythmus des Spiels am Strand; von der Natur in uns-selbst: strömende Hingabe, feurige Wut, lichtvolle Klarheit und erstrarrte Verzweiflung. Was man von aussen sieht – eine lichtblinkende Wasseroberfläche – findet den Weg ebenso ins Innere wie die gefühlte Bewegung, deren unsichtbare Spur man immer nach-folgt. Als Kind waren wir in begrifflosem Staunen der Wunderwelt der Natur anheim gegeben. Als Erwachsene erfahren wir die Einsamkeit. Ausgeschlossen erleben wir Angst und den Verlust des spielen-könnens. Es scheint als könne man diesen unschuldigen Zwischenzustand kindlichen Naturerlebens in der Aura dieses Programma wiederum erleben.
In diesem Programm treten äussere Naturbilder, mittels Videomaterial, in Dialog mit der Musik und der Bewegung.

Werke von: C. Debussy, L. Berio, J. Cage, G. Ligeti und J.S. Bach
Eurythmie: Gia van den Akker
Klavier: Lodewijk Crommelin
Cello: Annie Taugberg
Film, Photo’s: Erik Cilgnett/Hiba Vink/Immanuel Klein
Licht: Peter Jackson

ligeti2„Die Tänzerin verkörpert in ihrer Solo-Performance neue Ansätze einer über 90-jährigen Tanztradition, der Eurythmie. Wiewohl ihre Schlanke Gestalt und die thematische Nähe zur Natur den ästhetischen Vorbildern des Jugendstils entspricht, verliert sie sich nicht in floraler ornamentik, sondern sucht Kontrapunkte im Hier und jetzt. Bestes Beispiel hierfür sind reflexartige Zuckungen zu Ligeti’s Musica Ricercata, bei der sich linker und rechter Arm, beginnend bei den Fingern, rythmisch eigenständig und gestisch assymetrisch zu einer energetischen Eruption steigern, die den ganzen Leib erfasst..
Sie lotet Gestaltungsspielräume sensibel aus:“Wann lasse ich die Toneurythmie los? Wie weit gehe ich in die Zeitlupen-Bewegung und wann tauche ich wieder voll in die Musik? Das sind dramaturgische Fragen, die ihre choreographischen Miniaturen zu einem spannenden Ereignis machen“

Leonore Welzin